Es ist nur eine Lesung! Nur zehn Minuten lang.

Es ist kein Flug ins All. Trotzdem bin ich mindestens so aufgeregt wie Alexander Gerst, wenn er in die Rakete zur Internationalen Raumstation steigt.

Mission abbrechen!

Doch es gibt kein Zurück. Der Countdown tickt. Die Literatouristin, die als Moderatorin durch den Lesungsabend führt, stellt mich vor.

Jetzt bin ich dran: mit der „Käse-Szene“ aus meinem Mars-Roman.

 

Lampenfieber vor der Lesung

Ich hätte nie gedacht, dass mich das Lampenfieber so stark erwischt. Vor meiner ersten Lesung in Leipzig war ich nur halb so aufgeregt.

Warum ist es bei 9lesen in Berlin anders?

In Leipzig wusste ich nicht, wer im Publikum sitzt. Doch in Berlin bin ich zu Hause. Freunde wollen kommen und zum ersten Mal etwas aus meinem Romanprojekt hören.

Offenbar habe ich weniger Probleme, mich vor Unbekannten zu blamieren. Doch vor Freunden und Kolleg*innen habe ich Angst, zu versagen.

Meinen eigenen Text vorzulesen, bedeutet, mich nackig zu machen.

Die Hände zittern. Ich schwitze. Verstand und Logik helfen nicht, mich zu beruhigen. Oder wie es Elena Thompson aus meinem Roman ausdrückt:

„Was nutzt der Verstand dem nackten Körper?“

Die Lesung kostet Überwindung.

… die sich lohnt!

 

Im siebten Himmel nach der Lesung

Der erste Satz ist noch kurzatmig. Doch der Text ist mein Vertrauter. Er gibt mir die Kraft zurück. Beim dritten Satz ist das Lampenfieber verflogen.

Ich genieße es, Wort für Wort zu lesen und zu spüren, was passiert.

Der Moment, wenn das Publikum aufmerksam lauscht, ist magisch.

Jetzt merke ich, wie gut es ist, dass die Freunde im Raum sitzen. Sie lächeln mir zu.

Dann lacht das Publikum.

Wenn der eigene Text zu Reaktionen führt – dafür schreibe ich.

Am Ende der Lesung wird geklatscht und ich bin in diesem Moment die glücklichste Autorin des Planeten.

Danke an alle, die an dem Abend da waren!

Danke an Jana Tomy für die Einladung zur Lesung und an die Autor*innen von 9lesen!

Und Danke an Dieter Düvelmeyer, der die Fotos auf der Lesung gemacht hat!

 

Bis zur nächsten Lesung!

Ich freue mich auf die nächste Lesung. Aber für das Lampenfieber brauche ich bis dahin eine Lösung.

Hast Du Tipps, die bei Lampenfieber helfen?