Mir schlägt das Herz bis zum Hals.

Ich lese zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse aus meinem Romanprojekt.

Am Donnerstag, 15. März 2018, um 16:30 Uhr in Halle 3.

Kannst Du Dir vorstellen, wie aufgeregt ich bin?

Es ist meine erste öffentliche Lesung – und das gleich auf einer Buchmesse. Je näher der Termin rückt, desto mehr Fragen habe ich.

 

Wenn Wissenschaftler zu Helden werden

Mit meinem Autorenkollegen Oliver Wenzlaff stand ich in Leipzig schon mal auf der Bühne. Damals hat er mich als Teilnehmerin seines Hörspielkurses interviewt. Das war vergleichsweise einfach.

Dieses Jahr trauen wir uns mit unseren Romanprojekten in die Öffentlichkeit. Gemeinsam veranstalten wir eine Doppellesung mit Diskussion.

Obwohl wir in unterschiedlichen Genres schreiben – er über die Vergangenheit in den USA und ich über die Zukunft und den Mars – gibt es ein großes gemeinsames Thema:

Unsere Protagonisten sind Wissenschaftler*innen.

Was dieser „besondere Protagonist“ für unser Schreiben bedeutet, wollen wir mit unseren Texten zeigen und auf der Bühne diskutieren. Das ist der Plan.

Und der Anfang von Hunderten von Fragen.

Auszug aus dem Messeprogramm der Leipziger Buchmesse

 

Wie plant man eine Doppellesung mit Diskussion?

Wie machen wir den Einstieg? Stellen wir uns gegenseitig vor? Beginnen wir direkt mit der Lesung? Wann fragen wir das Publikum? Sollen wir uns Fragen auf Kärtchen schreiben? Brauchen wir eine Titelfolie für den Beamer? …

Zwei Leute – zwei Herangehensweisen.

Oliver hat Erfahrungen mit eigenen Lesungen und Moderationen – er vertraut auf Spontanität.

Ich habe immerhin das Abschluss-Pitching meiner Schreibausbildung vor geladenem Publikum überlebt. Doch die vielen Fragen sind damit lange nicht beantwortet.

Oder denke ich zu viel darüber nach?

Bin ich etwa wie meine Romanfigur, die Astrobiologin Elena, für die Pläne überlebenswichtig sind?

 

Was lese ich vor?

Welche Szenen wähle ich aus meinem Manuskript aus? Die wichtigste Frage!

Wir haben 30 Minuten auf der Bühne, um zu lesen und zu diskutieren. Das schränkt die Textlänge ein. Wenn ich das durchrechne, dann sollte ich nicht länger als 7 Minuten lesen.

Aber wie viele Wörter passen in 7 Minuten?

Kann ich Szenen aus unterschiedlichen Stellen im Roman kombinieren, ohne viel zu erklären?

Wieder neue Fragen!

Am Wochenende werde ich verschiedene Szenen ausprobieren: laut lesen und die Zeit stoppen. Dabei kann ich auch gleich das Vorlesen üben, denn das ist auch so ein Thema für sich.

 

Wie viel verrate ich?

Mein Roman ist zu zwei Dritteln fertig. Ich habe noch keinen Verlagsvertrag. Was soll ich von meiner Geschichte preisgeben?

Gehe ich ein Risiko ein, wenn ich meine Idee verrate? Oder ist es eine Chance, um erste Leser zu gewinnen?

Auch darauf habe ich noch keine finalen Antworten, aber zum Glück ein Sicherungsseil:

Ich werde mir den Titel unserer Lesung umbinden, um nicht in die Tiefe meiner Geschichte abzustürzen.

 

Wie halte ich das Skript fest?

Wir haben beschlossen, beim Lesen zu stehen. Damit fühle ich mich sicherer und präsenter, als wenn ich in einem Sessel hocke und nicht weiß, ob ich mich anlehnen soll.

Aber wie organisiere ich vor dem Mikrofonständer die Blätter, von denen ich lese?

Keine losen Blätter! So viel ist klar, wenn ich keine Slapstick-Einlage riskieren will.

Beim Pitch habe ich mir damals die DIN-A4-Seiten mit Maulklemmen geheftet. Das hat gut funktioniert.

Bei anderen Autor*innen habe ich gesehen, dass sie ihre Seiten in ein Notizbuch kleben. Das macht einen guten Eindruck. Aber wie gut klappt dabei das Umblättern? Wenn ich Zeit habe, werde ich es ausprobieren.

Oder hast Du noch einen ganz anderen Tipp?

 

Wie bekomme ich die Aufregung in den Griff?

Zittrige Stimme?

  • In den Bauch atmen!

Trockener Mund?

  • Auf die Zunge beißen!

Schweißnasse Hände?

  • Mmh? Ignorieren!

Und wenn ich auf der Bühne stolpere und mit der Stirn auf die Tischkante knalle?

  • Social-Media-Erfolg!

… Nein, lieber nicht. Ich werde mich vorsorglich vom Tisch fernhalten.

Aber wenn wirklich alles richtig schief geht? Darauf habe ich ausnahmsweise eine wirklich überzeugende Antwort:

  • Dann kann ich darüber schreiben.

Als Autorin sind alles wertvolle Erfahrungen. Mit dieser Erkenntnis und dem anerkannten Allheilmittel Humor sollte die Lesung trotz Lampenfiebers und unfertiger Planung hoffentlich Spaß machen.

 

Was ziehe ich an?

Zum Schluss die „allerwichtigste“ Frage: Was ziehe ich auf der Bühne an?

Ich habe die Idee, dass mein Outfit zu meinem Romanthema passen sollte. Ja, ich habe schon recherchiert, wo man Raumanzüge mieten kann. Aber im Ernst: Ich will natürlich als Autorin glaubwürdig erscheinen und nicht mit einem Cosplayer verwechselt werden.

Was denkst Du?

Für welches Outfit soll ich mich entscheiden?

Seriös mit Sternen-Glitter?

Lesung Outfit Nr. 2

… oder frech mit Space-Pulli?

Ich freue mich über jede hilfreiche Antwort und ganz besonders über Deine Unterstützung im Publikum.

Donnerstag, 15. März 2018, um 16:30 Uhr, Forum Literatur + Hörbuch, Halle 3, Stand B501