Ein Monat ist rum. Wie sieht´s mit Deinen guten Vorsätzen aus?

Hast Du sie auch am 17. Januar begraben, am Wirf-Deine-Jahresvorsätze-über-Bord-Tag“?

Ja, den Tag gibt es wirklich – weltweit. Denn gute Vorsätze halten meistens kaum länger als Worte im Sand.

„Bringt eh nichts!“, meinen Zyniker und verzichten zum Jahreswechsel gleich ganz darauf.

Ich trete den Gegenbeweis an!

Mit den richtigen Schritten lässt sich die extra Portion Motivation zum Jahreswechsel bestimmt für mein Schreibjahr nutzen:

 

Erfolg basiert auf persönlichen Zielen

Weniger Süßes und Keller aufräumen … Ob ich als Omi im Schaukelstuhl darauf stolz sein werde?

Ich glaube nicht, dass diese Jedermann-Vorsätze zu mehr taugen als für Hitlisten um Neujahr herum.

Schreibziele 2018

„Träume Dein Leben groß!“ Das ist das Motto meines Romanhelden. Er hat ein größeres Ziel als mit dem Rauchen aufzuhören. Und er wird sich durch keine Diät aufhalten lassen.

Erfolg basiert auf den richtigen Zielen – das weiß ich auch aus meiner Tätigkeit als Strategieberaterin.

Aber richtig ist nicht das, was alle anderen machen oder von Dir erwarten.

Ein richtiges Ziel ist persönlich.

Mein größtes Ziel lautet zum Beispiel: Ich will einen Bestseller schreiben und irgendwann vom Schreiben leben.

Die wichtigste Frage zu Silvester sollte daher nicht lauten, ob Du einen Vertrag im Fitnesscenter abschließen wirst, sondern:

Wovon träumst Du?


Autoren sind auch nur Menschen

Ein Buch schreiben – und dann auch noch einen Bestseller. Klar, davon träumen viele.

Daher gibt es auch eine Menge hilfreiche Listen mit Vorsätzen speziell für Autor*innen, wie zum Beispiel:

  • Eine Stunde früher aufstehen, um zu schreiben.
  • Nicht ohne Notizblock aus dem Haus gehen.
  • Achtsam sein: Die Umwelt mit allen Sinnen wahrnehmen.

Hört sich alles gut und richtig an, oder?

Aber soll ich ehrlich sein?

Bei mir haben diese Vorsätze nie länger gehalten als der Plan, abends früh ins Bett zu gehen.

Als Autorin bin ich eben auch nur ein Mensch. Und das bedeutet:

Das Ziel, einen Roman zu schreiben, konkurriert im Alltag mit vielen anderen Zielen. Jeden Tag versuche ich alles unter einen Hut zu bringen.

Meine größte Herausforderung ist daher nicht, früher aufzustehen, sondern mich nicht zu verzetteln.

Verzetteln? Das habe ich wörtlich genommen und mit einer Zettel-Übung Klarheit in meine Ziele gebracht.

Hast Du Lust, es auch zu versuchen? Es dauert nur 5 Minuten:

 

Schritt 1: Verzetteln

  • Nimm 10 Notizzettel.
  • Stelle einen Wecker auf 5 Minuten.
  • Schreibe auf jeden Zettel ein Ziel – schnell, bis der Wecker klingelt.

Tipp: Sei ausnahmsweise mal egoistisch! Schreibe nicht die Erwartungen anderer auf. Träume!

Am besten jetzt sofort. Es sind nur 5 Minuten.

Guter Vorsatz: Buch schreiben

Fertig?

Was fällt Dir auf?

Drehen sich alle Deine 10 Ziele um das Autorenleben?

Bei mir nicht. Da sind noch andere Themen, wie Freunde, Familie, Geldverdienen, Reisen …

Das sind alles wunderbare Ziele. Aber wie kann ich sie alle erfüllen?

Ich habe eine zweite 5-Minuten-Übung gemacht:

 

Schritt 2: Fokussieren

  • Breite die 10 Zettel vor Dir aus und stelle den Timer auf 5 Minuten.
  • Sortiere die Zettel – schiebe sie hin und her: Welche Ziele gehören zusammen? Gibt es Gruppen? Gibt es eine Hierarchie?
  • Was ist Dein wichtigstes Ziel? Markiere es, bevor der Wecker klingelt!

Tipp: Ich habe ein Foto von meiner Zettelplanung gemacht. Du kannst die Zettel aber auch an die Wand pinnen.

Wahrscheinlich ahnst Du jetzt schon, dass dieser Schritt auf dem ersten Blick spielerisch erscheint, aber durchaus schmerzhafte Konsequenzen haben kann.

Wenn ich mein wichtigstes Ziel markiert habe, heißt das logischerweise, dass die anderen weniger wichtig sind. Aber lassen sich Kinder, Partner, Hausbau oder Job einfach nach unten sortieren?

Nein, das echte Leben ist kompliziert. Doch Autor*innen wissen von ihren Romanfiguren, dass jedes Ziel etwas kostet.

Die Frage lautet also:

Für welches Ziel bin ich bereit, im Extremfall die anderen 9 Ziele aufzugeben?

Vielleicht musst Du Deine Markierung noch einmal tauschen?

Zum Glück ist das echte Leben meistens nicht so extrem. Dennoch hilft mir eine ehrliche Antwort auf diese Frage.

So kann ich auch mal ein Ziel aufgeben oder zeitlich zurückstellen, ohne mich zu ärgern. Ich weiß dann, wofür ich es mache. Das ist motivierender als irgendetwas mal wieder irgendwie nicht zu schaffen.

 

Schritt 3: Visualisieren

Wenn das ein Beitrag in einem Ratgeber wäre, würde jetzt die Planung kommen: Situation analysieren, Ziele operationalisieren, Maßnahmen entwickeln …

Um weiter zu planen, gibt es viele gute Ansätze. Zum Beispiel habe ich auf der Rückseite jedes Zettels die 3 größten Hürden und 3 größten Unterstützer für das Ziel notiert.

Auch die Listen mit guten Vorsätzen für Autor*innen können jetzt super helfen.

Aber worüber ich schreiben will, ist eine Methode, zu der mich Anke Gasch und Deniz Selek auf der letzten Leipziger Autorenrunde inspiriert haben:

Sie sprachen darüber, dass man Figuren nicht nur mit dem Kopf planen kann, sondern auch mit dem Herzen. Deniz Selek stellte das Moodboard als Kreativitätsmethode vor und verriet, dass sie ein Moodboard für ihr eigenes Autorenjahr erstellt habe. Sie hatte es als Foto dabei.

Und genau das habe ich für 2018 ausprobiert. Der Effekt war so beeindruckend, dass ich Dir diesen Schritt unbedingt vorstellen möchte:

Kopf aus und Herz an!

Moodboard für das Autorenjahr

Moodboard für mein Autorenjahr

  • Schnappe Dir Zeitungen, Broschüren, Flyer, Postkarten usw.
  • Schneide Bilder und Wörter aus, die zu Deinen Zielen passen.
  • Füge alles zu einer großen Collage zusammen.
  • Hänge Dein Moodboard so auf, dass Du es jeden Tag siehst. Oder mache, wie Deniz Selek, ein Foto davon, das Du mit Dir trägst.

Vorsicht: Ich versank beim Schnipseln und Kleben im Flow. Die Sonne ging unter, ohne dass ich es bemerkte.

Ein Moodboard kostet Zeit. Aber es macht so viel mehr Spaß als detaillierte Pläne und To-Do-Listen aufzustellen. Natürlich wirst Du auch diese weiterhin brauchen, wenn Du Deine Ziele erreichen willst.

Das Moodboard sorgt jedoch für die richtige Einstellung und Motivation.

 

Meine Tipps, damit gute Vorsätze halten

Damit gute Vorsätze auch über den Januar hinaus halten, verfolge ich drei Grundsätze:

  • Erfolgreiche Ziele sind persönlich.
  • Für das wichtigste Ziel bin ich bereit, alle anderen Ziele aufzugeben.
  • Kopf und Herz sind auf Erfolg eingestellt.

 

Und?

Wirst Du ein Moodboard erstellen? Oder was machst Du, damit Deine guten Vorsätze nicht scheitern?

Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar und wünsche viel Erfolg für 2018!

Wenn Dich der Beitrag inspiriert hat, teile ihn gern mit Deinen Freunden.

 

Fotos: Dawid Zawila (Wunderkerze); Michal Grosicki (Hand mit Zettel) | unsplash.com