Ein Zimmer nur zum Schreiben – Blogparade

Ich habe ein Schreibzimmer gemietet.

Nach einem Monat ist klar: Es hat mein Leben verändert.

Nein, ich übertreibe nicht! Das eigene Zimmer ist vielleicht sogar der Schlüssel zu meinem ersten Roman.

Braucht Kreativität einen Raum, um erfolgreich zu sein? Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Ich lade ein zur Blogparade.

 

Schreiben kann man überall

Ich kenne Autor*innen, die schreiben im Wohnzimmer, in dem die Kinder spielen. Andere schwören auf die Schreibenergie von Cafés.

Schreiben geht immer. Allerdings nicht immer gleich gut.

Wenn Musik und Gäste im Café nerven, im Coworking telefoniert wird, der Partner in der Wohnung staubsaugt und es auf dem Balkon regnet, dann fehlt mir die Ruhe:

Ruhe, um in die Gefühle und Gedanken meiner Romanfiguren einzutauchen.
Ruhe, um die Handlungsstränge logisch miteinander zu verbinden.
Ruhe, um Dialoge laut zu lesen und zu überarbeiten.

Scheiben kann ich überall, aber für einen Roman brauche ich ein Zimmer.

 

Wie finde ich ein Schreibzimmer?

„Ein Zimmer für sich allein“ sei eine Voraussetzung für schöpferische Arbeit, schrieb Virginia Woolf schon 1929.

Die andere Voraussetzung ist – leider bis heute – das Geld. In Berlin sind die Zeiten der günstigen Mieten Vergangenheit. Luxussanierte Räume für die meisten Autor*innen unbezahlbar („Autoren und das große Geld“).

Letztes Jahr habe ich versucht, im Coworking zu schreiben. Fazit:  Ein Büro mit anderen ist inspirierend, aber nicht ruhig.

„Suche Schreibzimmer“

Dann versuchte ich es mit einem Gesuch auf dem Nachbarschaftsportal nebenan.de und hatte Glück:

Es meldeten sich Menschen aus meinem Kiez, die sich freuen, eine Autorin zu unterstützen, statt möglichst viel Profit zu machen. Ihr Entgegenkommen berührt mich – auch während ich das schreibe.

Jetzt miete ich ein Zimmer für ein Jahr für „Schreibarbeiten“. Wenn ich den Schlüssel umdrehe, mich an den Tisch setze und schreibe, fühlt es sich gut an. Irgendwie richtig. So, als habe ich meinen Platz gefunden.

 

Warum ist ein Zimmer der Schlüssel zum Erfolg?

Kennst Du das Gerhart-Hauptmann-Haus auf der Insel Hiddensee?

Zentrum des Sommerhauses ist nicht das Wohnzimmer, sondern Hauptmanns Schreibzimmer. Heute wird darin Kultur veranstaltet – so groß ist es.

Mein Schreibzimmer

Klein, aber mein allein.

Mein Schreibzimmer ist im Vergleich dazu klein.

Es liegt auch nicht am Meer, sondern im Dachgeschoss mit Blick auf Berlin.

Doch es ist perfekt, um meinem Roman fertigzuschreiben.

Denn drei wichtige Erfolgsbausteine sind damit gelegt:

Relevanz

Hauptmanns Sommerhaus zeigt: Das Schreiben war Mittelpunkt seines Lebens.

Mit dem eigenen Zimmer hat auch mein Romanprojekt nun einen festen Platz im Alltag. Ich investiere jetzt nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Damit nehme ich mich als Autorin selbst ernst. Und auch Freunde und Familie verstehen besser, wie wichtig mir das Schreiben ist.

Regelmäßigkeit

Für den Job täglich ins Büro – das stellt kaum jemand infrage. Für das Schreiben eines Romans braucht es ebendiese Regelmäßigkeit.

Seitdem ich das Zimmer miete, schreibe ich fast täglich. Die Termine stehen im Kalender und damit nicht zur Diskussion. Ist es wirklich so einfach? Irgendwie schon.

Übrigens lerne ich auch meine Figuren besser kennen, weil ich mehr Zeit mit ihnen verbringe.

Konzentration

Für einen Roman sind nicht nur Kreativität, sondern auch Ausdauer und Konzentration notwendig. Um eine Geschichte über hunderte von Seiten zu erzählen, muss ich mich konzentrieren können. Dafür brauche ich Ruhe.

Wusstest Du, dass unser Gehirn nach jeder noch so kleinen Störung ganze 20 Minuten braucht, um sich so intensiv hineinzudenken wie vor der Unterbrechung?

 

Gibst Du Deiner Kreativität einen Raum?

Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Brauchst Du ein eigenes Zimmer? Oder geht es auch ohne und stattdessen mit Kopfhörern?

Deine Meinung interessiert mich sehr. Vielleicht hilft der Austausch über das Thema anderen Autor*innen und Kreativen?

Daher lade ich Dich zu einer Blogparade ein:

 

Mach mit bei der Blogparade!

Schreibzimmer Blogparade

Schreibe vom 16. Juni bis zum 31. Juli einen eigenen Beitrag zum Thema – mit Link zur Blogparade!

Veröffentliche den Link zu Deinem Beitrag unten im Kommentarfeld!

Hier ein paar Leitfragen, die Du berücksichtigen kannst (nicht musst):

1. Hast Du ein eigenes Zimmer zum Schreiben – oder zum Malen, Musizieren, Schneidern etc.?

  • Wie sieht Dein Zimmer aus?
  • Wie hast Du es gefunden?
  • Wie oft nutzt Du es?
  • Was hat sich mit dem Zimmer für Dich verändert?

2. Wünschst Du Dir ein eigenes Zimmer?

  • Was steht dem entgegen?
  • Welche Bedingungen sollte das Zimmer erfüllen?
  • Wie viel Raum hat Deine Kreativität aktuell im Alltag?
  • Was würde sich ändern, wenn Du ein Zimmer hättest?

3. Oder geht´s auch ohne eigenes Zimmer?

  • Wie schaffst Du es, ohne eigenes Zimmer Deine kreativen Projekte fertigzustellen?
  • Wo wirst du kreativ?
  • Und wie häufig?
  • Was würde sich ändern, wenn Du plötzlich doch ein Zimmer hättest?

 

Ich bin gespannt auf Deinen Beitrag!   

Auch wenn Du keinen Blog schreibst, freue ich mich riesig über Deinen Kommentar und das Teilen in Deinem Netzwerk.

 

2017-06-17T18:27:22+00:00 16. Juni 2017|28 Comments

28 Kommentare

  1. janmikael 19. Juni 2017 um 19:48 Uhr - Antworten

    interessante Herangehensweise, viel Erfolg weiter damit! =)

    • Ricarda 22. Juni 2017 um 10:06 Uhr - Antworten

      Danke!
      Wo schreibst Du Deinen Roman? Machst Du mit bei der Blogparade? Liebe Grüße und frohes Schreiben! Ricarda

  2. Sascha 22. Juni 2017 um 7:45 Uhr - Antworten

    Ich finde ja nicht, dass es eine Herangehensweise ist. Aus meiner Sicht ist es eine Notwendigkeit! Liebe Ricarda, danke für das Thema 😀 Hier geht’s zu meinem Beitrag: http://whatawrite.de/blogparade-mein-schreibzimmer/

    • Ricarda 22. Juni 2017 um 10:11 Uhr - Antworten

      Yeah, der erste Beitrag der Blogparade! Ich bin gespannt und hoffe, das Internet auf der Zugfahrt hält durch, bis ich ihn gelesen habe 🙂
      Danka Sascha und viele Grüße! Ricarda

  3. janmikael 22. Juni 2017 um 10:53 Uhr - Antworten

    ebenso in einem Schreibzimmer (in den eigenen 4 Wänden).
    Interessiert mich, wie es im externen Raum weitergeht =)

    Plane auch etwas dazu zu schreiben für die Parade =)

    Lieben Gruß und dir auch weiter viel Vergnügen.

  4. Toni Scott 22. Juni 2017 um 12:31 Uhr - Antworten

    Liebe Ricarda,
    was für eine gute Idee! Es war die richtige Frage zum richtigen Zeitpunkt. Vielen Dank für den Denkanstoß und die Gelegenheit, darüber schreiben zu können.
    http://www.little-edition.de/blogparade-schreibzimmer/

    Grüße aus dem Schreibzimmer, Toni

    • Ricarda 22. Juni 2017 um 20:36 Uhr - Antworten

      Hello Toni, freue mich, dass Du einen Beitrag geschrieben hast 🙂 Bin gerade in Niedersachsen unterwegs – Internetempfang ist hier genauso wechselhaft wie das Wetter 😉
      LG, Ricarda

  5. janmikael 22. Juni 2017 um 15:23 Uhr - Antworten

    Und hier mein Beitrag: http://www.peerewju.de/gedanken/buero-schreitisch-konzentration/
    Danke für die Inspiration, Ricarda =) Und bin gespannt auf deine Erfahrungsberichte dazu.

  6. Jordan T. A. Wegberg 26. Juni 2017 um 22:00 Uhr - Antworten

    Mein Beitrag zur Blogparade ist jetzt auch online: http://tawegberg.blogspot.de/2017/06/schreibnomaden-und-hausautoren.html Danke für die schöne Idee, Ricarda!

  7. Fashionqueens Diary 14. Juli 2017 um 13:22 Uhr - Antworten

    Mein Beitrag ist soeben online gegangen 🙂 http://fashionqueensdiary.de/mein-schreibzimmer/

    Schönes Thema, Danke für die Inspiration!

  8. Sheena 16. Juli 2017 um 8:03 Uhr - Antworten

    Guten morgen,

    Kannst tolle Aktion, ich bin auch mit einem kleinen feinen Beitrag dabei:

    https://sheenasolskin.blogspot.de/2017/07/blogparade-mein-schreibzimmer-ein.html

    LG Sheena

    • Ricarda 22. Juli 2017 um 18:29 Uhr - Antworten

      Liebe Sheena,
      toll, dass Du bei der Blogparade mitgeschrieben hast! Einen so grünen Blick, wie aus Deinem „Büro“, findet man mitten in der Großstadt nicht.
      Irgendwie klappte es technisch nicht, Deinen Beitrag zu kommentieren. Daher wünsche ich Dir nun von hieraus einen schönen Schreibsommer.
      Viele Grüße, Ricarda

  9. Kati 18. Juli 2017 um 16:36 Uhr - Antworten

    Tja, und da bin ich nun. Dein letzter Beitrag. Ich bin irgendwie traurig.
    Die Anregung zu einem eigenen Schreibzimmer finde ich interessant. Im Moment spielt das noch keine Rolle für mich, ich schreibe zu Hause auf der Terasse, im Arbeitszimmer oder im Wohnzimmer bei Abwesenheit meines Partners bei ausgeschaltetem Fernseher. (TV ist ohnehin die schlimmste Ablenkung. „Nur eine Folge“ oder „Nur ein Film“ sind schon Killer genug für eine weit längere Zeit.) Aber ich werde es in Erinnerung behalten und wer weiß, vielleicht komme ich eines Tages darauf zurück.

    Noch einmal Danke für deinen Blog, die Anregungen, die geteilten Erfahrungen. Ich drücke dir beide Daumen und wünsche dir ganz viel Kraft, dass du dein Ziel erreichst und dieses Jahr mit deinem Debüt eine Geschichte zum Leben erweckst.
    Ich glaube an dich. Du kannst es schaffen, streng dich an!

    Alles Liebe
    Kati

    • Ricarda 22. Juli 2017 um 18:34 Uhr - Antworten

      Liebe Kati,
      das wird nicht der letzte Beitrag gewesen sein – da brauchst Du keine Traurigkeit aufkommen lassen! Ich werde von meinen Erfahrungen auf meinem Weg zum Roman weiter berichten und freue mich, wenn Du wieder vorbeischaust.
      Viel Spaß mit Deinen Schreibprojekten und einen ablenkungsfreien Schreibsommer 😉
      LG, Ricarda

  10. Melanie 19. Juli 2017 um 20:17 Uhr - Antworten

    Hallo, nachdem ich bei Verena von deiner Aktion erfahren habe, habe ich mich auch spontan entschlossen mitzumachen.
    Meinen beitrag findest du hier: http://babydaizy.blogspot.de/2017/07/blogparade-schreibzimmer-braucht-man.html

    Liebe Grüße und einen schönen Abend,

    Melanie

    • Ricarda 22. Juli 2017 um 18:45 Uhr - Antworten

      Liebe Mella,
      schöner Beitrag! Danke, dass Du an der Blogparade mitgeschrieben hast.
      Insgeheim bewundere ich Dich, dass Du überall und mit Musik im Ohr schreiben kannst! Das spart tatsächlich die Miete für ein extra Schreibzimmer.
      Viel Spaß weiterhin beim Schreiben – und immer einen Kassenzettel zur Hand 😉
      LG, Ricarda
      P.S. Auch auf Deinem blogspot-Blog ging mein Kommentar nicht durch. Frage mich, was ich da verkehrt mache???

      • Toni Scott 22. Juli 2017 um 19:39 Uhr - Antworten

        Hey, das Problem hatte ich auch. Bei mir lag es am Browser. Mit Firefox ging es nicht, mit Microsoft Edge klappte es dann!
        Immer-diese-Technik-Grüße
        Toni

        • Ricarda 24. Juli 2017 um 11:11 Uhr - Antworten

          Danke Toni, für den Tipp!
          Immer diese Technik – dabei soll sie uns das Leben doch so viel einfacher machen 😉
          LG an die Ostsee, Ricarda

  11. Petra A. Bauer 24. Juli 2017 um 14:34 Uhr - Antworten

    Liebe Ricarda,

    zum Glück habe ich noch rechtzeitig an deine Blogparade gedacht!
    Hier ist mein Beitrag dazu:

    http://autorenblog.writingwoman.de/index.php/blog/blogging/blogparade-meine-schreibzimmer-wo-schreibe-ich

    Liebe Grüße
    Petra

  12. joergmichael 26. Juli 2017 um 18:23 Uhr - Antworten

    Hallo Ricarda,

    eine ganz tolle Idee und ich bin gerne mit dabei.
    In diesem Moment ist mein Beitrag zu Deiner Blogparade online gegangen und bereit für die große, weite Welt.

    http://www.jammerbucht-urlaub.de/blogparade-schreibzimmer/

    Liebe Grüße
    joergmichael

  13. Traumspruch 27. Juli 2017 um 17:05 Uhr - Antworten

    … schreiben… war da was… ach ja, stimmt, da war was:
    was für eine feine Anregung*danke dafür, liebe Ricarda
    und nun viel Spaß beim Lesen
    https://traumspruch.wordpress.com/2017/07/27/schreibzimmer/

    • traumspruch 30. Juli 2017 um 11:46 Uhr - Antworten

      …fein, fein, jetzt sehe ich meinen Kommentar auch *danke

    • Larissa Martin 31. Juli 2017 um 0:15 Uhr - Antworten

      liebe traumspruch,
      deine worte haben mich sehr berührt und es ist ganz ermutigend, zu lesen, dass du dir das schreiben und die muse zurück erobert hast!

    • Ricarda 31. Juli 2017 um 10:55 Uhr - Antworten

      Liebe Traumspruch,
      ich danke Dir, für Deinen Beitrag zur Blogparade und dass ich Dich dadurch kennenlernen konnte.
      Deine persönliche Geschichte hat mich berührt. Respekt, dass Du Deinen Weg gefunden hast zu schreiben – trotz der ziemlich hohen Hürden, die Dir das Leben aufgestellt hat. Du zeigst es: Schreiben geht immer – sogar blind: mit Screenreader, zehn Fingern und einer unendlichen Leidenschaft für Geschriebenes.
      Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude beim Schreiben!
      LG, Ricarda

  14. Nessa Altura 28. Juli 2017 um 9:46 Uhr - Antworten

    ich habe auch einen kleinen Beitrag dazu verfasst, der heute online geht:
    http://autorenexpress.de/5-ganz-einfache-dinge-die-zum-schreiben-notwendig-sind/

    Liebe Grüße von Nessa
    vom Autorenexpress

  15. Yvonne 31. Juli 2017 um 14:32 Uhr - Antworten

    Liebe Ricarda,

    was für eine schöne Idee, zu der ich noch ganz knapp etwas beitragen möchte: https://www.beyond-imagination.de/schreibzimmer.

    Das ist übrigens meine erste Blogparade, aber bestimmt nicht meine letzte. 🙂

    Viele Grüße, Yvonne

  16. Jana Tomy 31. Juli 2017 um 18:05 Uhr - Antworten

    Hallo Ricarda,
    nur durch Zufall habe ich heute – am letzten Tag – deine Idee für eine Blogparade gefunden.
    Ich fand die Idee klasse und habe meinen wöchentlichen Artikel damit gefüllt.

    Er ist gerade frisch raus:
    http://jana-tomy.de/2017/07/schreibzimmer/

    Liebe Grüße
    Jana

  17. Schreiberlein 1. August 2017 um 22:26 Uhr - Antworten

    Hallo Ricarda,
    danke für diese schöne Blogparade! Haarscharf vor der Deadline habe ich gestern Abend auch noch meinen Beitrag dazu veröffentlicht.
    http://www.dastapfereschreiberlein.de/2017/07/31/blogparade-ein-zimmer-nur-zum-schreiben/
    Liebe Grüße und weiterhin inspirierende Stunden in deinem Schreibzimmer!
    Schreiberlein

Hinterlassen Sie einen Kommentar